Der Konflikt im Iran und die Schließung der Straße von Hormuz führen zu einem Energieschock und Sorgen um Zinssätze für Montag.
Beschreibung
Die globalen Märkte werden am Montag voraussichtlich hauptsächlich von dem anhaltenden Konflikt mit Iran und der fortgesetzten Schließung der Straße von Hormuz beeinflusst, was einen Energieschock verursacht und die Inflationserwartungen weltweit in die Höhe treibt. Die Störung einer der wichtigsten Öltransportwege der Welt hält die Rohölpreise hoch und erhöht die Kraftstoff- und Transportkosten für Unternehmen und Verbraucher. Dies führt wiederum zu höheren prognostizierten Verbraucherpreisen, wobei die OECD kürzlich darauf hinwies, dass die Inflation in den USA in diesem Jahr aufgrund des Anstiegs der Energiepreise auf etwa 4,2 % steigen könnte.
Dieser Inflationshintergrund hat die Erwartungen an die Geldpolitik der Zentralbanken grundlegend verändert, insbesondere für die US-Notenbank. Die Terminmärkte haben sich von der Erwartung mehrerer Zinssenkungen in diesem Jahr hin zu einer hohen Wahrscheinlichkeit bewegt, dass die Zinsen unverändert bleiben, und sogar bedeutende Chancen für eine mögliche Zinserhöhung eingepreist. Höhere Zinsen über einen längeren Zeitraum erhöhen die Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte und belasten typischerweise die Aktienbewertungen, insbesondere für wachstumsorientierte Sektoren, die stärker auf zukünftige Gewinne angewiesen sind. Diese Neubewertung der Zinserwartungen hat bereits zu einer breiten Schwäche der Aktien beigetragen, wobei wichtige Indizes wie der S&P 500 im bisherigen Jahresverlauf gefallen sind und Wachstumsaktien deutlich schlechter abschneiden.
Mit Blick auf Montag ist die Stimmung fragil und sehr empfindlich gegenüber neuen Schlagzeilen über Iran oder potenzielle diplomatische Fortschritte. Die Märkte haben auf ein Muster reagiert: Wenn es Anzeichen für konstruktive Verhandlungen gibt, fallen die Ölpreise und die Aktien steigen; wenn die Gespräche ins Stocken geraten oder die Spannungen zunehmen, steigen die Ölpreise und die Aktien fallen. Diese von Schlagzeilen getriebene Volatilität wird voraussichtlich weiterhin den Handel zu Beginn der Woche dominieren, während die Anleger das Gleichgewicht zwischen geopolitischen Risiken, Energieversorgungsbedenken, Inflationsdruck und dem Verlauf der globalen Zinssätze neu bewerten.